Fränkische Kleinplastik des Rokoko - Johann Benedikt Witz

Mainfränkische Hefte Band 72

Buchtitel "Fränkische Kleinplastik des Rokoko"

Autor: Hans Peter Trenschel

Art.ID: HM72

Sprache: deutsch

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Zum zweiten Male widmet in diesem Jahr das Mainfränkische Museum Würzburg eine Sonderausstellung der Plastik des 18. Jahrhunderts in Mainfranken. Gab im Frühjahr die zweihundertfünfzigste Wiederkehr sines Geburtstags Anlass, an Johann Peter Wagner, den letzten Hofbildhauer Würzburgs, zu erinnern, so lenkt nun der zweihundertste Todestag besonderes Interesse auf den Bildschnitzer Johann Benedikt Witz (1709 - 1780). Beider Lebenswege zeigen tiefgreifende Unterschiede, die zugleich die menschliche, gesellschaftliche und künstlerische Breite jener Epoche charakerisieren. Im Gegensatz zu dem geachteten Hofbildhaer, dem umfangreiche Aufträge für Kirchen, Schlösser und Gärten in Gestalt von Holz- und Steinfiguren sowie Schnitzmöbeln aus dem ganzen Lande und aus den höchsten Kreisen zufielen, konnte sich Witz, im Hauptberuf hochfürstlich-würzburgerischer Artillerist, Konstabler und Hofschmied, nur in seiner Freizeit der künstlerischen Tätigkeit widmen, die ihn dennoch als bedeutendsten fränkischen Meister der Kleinplastik des Rokoko aufweist. Seine minutiös geschnitzten Arbeiten, erfüllt von überströmender Fabulierlust und schlichter Frömmigkeit, fanden schon zu seinen Lebzeiten vorwiegend im privaten Bereich, bei Militärkameraden, bei Handwerkern und Bürgern sowie in den Klöstern der volksnahen Mendikantenorden Liebhaber. Die sorgfältig ausgeführten Gruppen und Reliefs, ausschließlich Themen der Bibel und der Heiligenlegende darstellend, spiegeln das religiöse Denken und gläubige Empfinden ihres Schöpfers und seiner Auftraggeber wider; nicht nur dem Kunsthistoriker, sondern ebenso dem Volkskundler und dem Religionshistoriker bieten deshalb diese scheinbar so verspielten Kleinkunstwerke ein reiches und anschauliches Material zur volkstümlichen Frömmigkeit im 18. Jahrhundert. Dennoch wird heute niemand mehr dem negativ gemeinten Urteil beipflichten können, das vor eben einem halben Jahrhundert über die Kunst des Johann Benedikt Witz gefällt worden war, sie sei "religiöses Kunstgewerbe für das fromme Bürgerhaus" (A. Feulner)... Dr. Hanswernfried Muth, Direktor des Mainfränkischen Museums

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