Würzburger Steinbrüche

Buchtitel "Würzburger Steinbrüche"

Art.ID: 978-3-9800538-3-0

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Die Gewinnung und Verarbeitung von Naturstein gehört von Alters her zu den wichtigen Aufgaben des wirtschaftenden Menschen und ist ein besonderes Kennzeichen von Hochkulturen. Antike Steinbrüche, wie die Granitbrüche in Assuan oder die Marmorbrüche auf Naxos gehören heute zu besonderen Anziehungspunkten für Kunstliebhaber.

Auch die fränkische Landschaft ist durch Bauten und Skulpturen aus heimischem Naturstein geprägt. Schon seit dem Mittelalter wurden der rote Mainsandstein, der Quaderkalk, der Werksandstein oder der Schilfsandstein der Trias in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut; zu einer verstärkten Nutzung, ja zum Export kam es im 18. und 19. Jahrhundert. Steinbrüche darüber hinaus aber ebenso Fensterblicke in den Feinbau der geologischen Schichten. Sie besitzen die Funktion geologischer Aufschlüsse und ermöglichen authentische, jederzeit überprüfbare wissenschaftliche Befunde. Deshalb belegt die geologische Literatur, dass es auch im heutigen Stadtgebiet von Würzburg, im unmittelbaren Weichbild der barocken Stadt, Steinbrüche gab.

Mit Erstaunen konnten wir feststellen, dass bereits in Karten und Plänen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zahlreiche Steinbrüche im Würzburger Stadtgebiet dargestellt sind, die teils sehr kurzlebig waren, teils eine beachtlich lange Lebensdauer besaßen. So war der Werksteinbruch am Faulenberg, der eine erhebliche Bedeutung beim Bau der Würzburger Residenz hatte, bis weit ins 20. Jahrhundert aktiv. Steinbrüche stellen somit einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor dar. Es verwundert daher nicht, dass Lieferumfang und Preis für Naturstein von öffentlichen Auftraggebern aktenkundig gemacht wurden, wie zahlreiche Eintragungen in den Würzburger Ratsprotokollen und in den Bauakten der Residenz beweisen. Diese Vielfalt an archivalischen Belegen bot uns die reizvolle Möglichkeit, die topographische Position der Würzburger Steinbrüche, die heute längst verschüttet, rekultiviert oder überbaut sind, oder deren Lage sich nur noch dem Kenner anhand von Abraumhalden erschließt, zu rekonstruieren und in ihrer zeitlichen Entwicklung zu verfolgen, die vereinzelt bis ins 14. Jahrhundert zurück reicht. Diese Resultate werden interessante Schlaglichter auf die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des alten Würzburg. Der hier vorgelegte Aufsatz über die historischen Steinbrüche im Stadtgebiet von Würzburg ist das Ergebnis einer fruchtbaren interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen zwei Geowissenschaftlern und zwei Kunsthistorikerinnen. Dass dies möglich war, verdanken wir dem Verständnis und der Unterstützung von Herrn Professor Dr. Stefan Kummer, Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte... Martin Okrusch

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