Heiner Reitberger (1923-1998) Journalist-Denkmalschützer-Künstler

Mainfränkische Hefte Band 108

Buchtitel "Heiner Reitberger (1923-1998)"

Autor: Peter Kolb

ISBN 978-3-877178-20-1

Sprache: deutsch

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Eine Biographie oder eine biographische Skizze zu verfassen, heißt, die eigene Sicht von der Persönlichkeit des Beschriebenen zu formulieren. Das intendiert notgedrungen individuelle Gewichtungen, persönliche Vorlieben und ähnliche Motive. Jeder, der mit Heiner Reitberger in Kontakt kam, sag ihn mit seinen eigenen Augen, begegnete ihm mit seiner eigenen Wahrnehmung und verwahrt ihn folglich in einer ganz speziell geprägten Erinnerung. Diese Zeilen seien für all diejenigen vorausgeschickt, die Reitberger persönlich gekannt und ihn möglicherweise ganz oder teilweise anders erlebt haben als ihn diese Publikation wiedergibt.

Reitbergers Leben, seine Gedankenwelt und seine Absichten sowie sein Wirken in größtmöglichem Maße für die Zukunft festzuhalten, soll das Ziel dieses Buches sein, denn er wird als Literat, Maler, Kunstkritiker und Denkmalschützer bisher nicht adäquat wahrgenommen. Bei der Abwägung dessen, was bevorzugt in den Vordergrund gerückt werden sollte, fiel die Entscheidung zugunsten von Reitbergers in die Öffentlichkeit gerichtetem Wirken; erst anschließend rangiert sein Privatleben. Reitberger hat insbesondere seiner im 2. Weltkrieg satrk zerstörten Heimatstadt Würzburg außerordentliche Hingabe zugewandt. Durch energischen Einsatz ist es ihm gelungen, einen bedeutenden Teil ihrer Identität als Kunststadt zu bewahren. Dabei war in vielen Dingen seine Erinnerung an das Würzburg vor 1945 der entscheidende Maßstab. Der Leser lernt aber auch einen Reitberger kennen, der oft enttäuscht wurde, wenn er aus Gleichgültigkeit, Unkenntnis oder Engstirnigkeit viele Entscheidungen beim Wiederaufbau der Stadt nicht so getroffen wurde wie er es für richtig gehalten hatte. Gegen zahlreiche Andersdenkende anzugehen und sich häufig nicht durchsetzen zu können, war auf die Dauer zermürbend. Gleichwohl gab er nicht auf, weder als "Kolonat" in der Main-Post, noch nach seinem Ausscheiden 1975 aus dem aktiven Dienst als Journalist. Als Folge seiner journalistischen Tätigkeit, aber auch seiner Involviertheit in diversen Vereinen bildete sich ein großer Bekanntenkreis heraus. Mit vielen Personen aus diesem Kreis pflegte er briefliche Kontakte. Sie alle im Rahmen dieser Arbeit zu Wort kommen zu lassen, war aus Platzgründen nicht möglich. Nich alle Äußerungen waren im übrigen auch aufzeichnungswert. Eine Konzentration auf die wichtigsten Persönlichkeiten war daher unvermeidlich.

Was viele nicht wissen: Reitberger war ein begeisterter und begabter Maler. In zwei großen Ausstellungen gab er der Öffentlichkeit Einblick in sein Schaffen. Der Verbundenheit mit seiner Heimatstadt verdanken die Museen in der Stadt Würzburg die Übereignung seines eigenen künstlerischen Nachlasses und eines großen Teiles seiner Kunstsammlung. Und er dichtete lebenslang. Die Sammlung lyrischer Gedichte ist ein weitgehend ungehobener Schatz. Einige seiner Bilder und ein paar ausgewählte Gedichte wurden in dieses Buch mit aufgenommen... Peter Kolb

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