Zum wolseligen Gedechtnis

Der Chor der Stiftskirche zu Wertheim am Main birgt noch heute ein imposantes Ensemble von Denkmalen, das an den früheren Adel erinnert. Konfessionelle Unterschiede und die gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Würzburger Lehen prägten seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts die nachbarlichen Beziehungen zwischen dem Hochstift und der Grafschaft Wertheim; letztere kulminierten unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) in der bekannten „Würzburger Fehde“. Umso erstaunlicher, dass der Wertheimer Adel, so etwa die Grafen zu Stolberg-Königstein, in dieser Zeit bevorzugt Würzburger Künstler mit der Anfertigung von Memorialwerken beauftragte. Mit der vorliegenden Publikation ist es der Kunsthistorikerin und Volkskundlerin Marion Diehm gelungen, bislang unbekannte Bildhauer und Maler zu identifizieren, ihnen entsprechende Werke zu attribuieren und Datierungsfragen zu klären. Darüber hinaus präsentiert die Autorin neue Erkenntnisse über die Beschaffung von Werkstoffen und von Vorlagen für Wappen und Bildmotive, die einen vertieften Einblick in den aufwendigen Herstellungsprozess dieser repräsentativen, mehr als 400 Jahre alten Epitaphe und Grabplatten geben.

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